December 5, 2009

Völlig losgelöst

Normalerweise ist es mir immer recht leicht gefallen, mich in einem neuen Job 'zu Hause' zu fühlen, doch diesmal bin ich auch nach drei Wochen noch nicht wirklich angekommen. Vielleicht liegt es daran, dass ich viel Zeit mit externem Training oder Selbststudium verbringe, statt 'richtig' zu arbeiten. Jedenfalls kenne ich die Schulungsräume im Mariott Hotel, Telus Convention Center und Delta Bow Valley Hotel inzwischen bald besser als mein eigenes Büro.
Tatsächlich vermisse ich "the Buzz" mehr, als ich dachte, und meine damit das lebendige und geräuschvolle Umfeld von Produktionshallen, das geschäftige Treiben in Lager und Versand und solide Gespräche mit 'echten' Menschen. Ich will damit nicht sagen, dass es sich bei meinen KollegInnen nicht um reelle und hart arbeitende Personen handelt, sondern dass ich mich dabei ertappe, dass mich viel weniger interessiert, was sie zu sagen haben, weil ich mich mit ihnen einfach noch nicht so verbunden fühle.

December 1, 2009

Eiskalt erwischt

Schon mal bei minus 11 Grad (minus 18 Grad gefühlte Windchill-Temperatur) auf den Bus gewartet? Das (ohnehin) zugige Wartehäuschen war bereits wegen Überfüllung geschlossen, da der vorherige Bus bereits wegen Wetter ausgefallen war. Mit 15 Minuten Verspätung traf dann aber doch noch der nächste Bus ein.
Zudem war in Downtown ein Wasserrohr geplatzt und die Einfahrtstrasse in die Stadt überschwemmt, bzw. halb gefroren, und so musste der Verkehr umgeleitet werden, das sorgte dann noch für zusätzliche Verzögerungen. Wenigstens war es im Bus einigermassen warm; also Ipod angeworfen, Augen zu und Nickerchen. Mit anderthalb Stunden Verspätung bin ich dann schliesslich im Büro angekommen. Wenigstens gestaltete sich die Rückfahrt gegen 18 Uhr als angenehm kurz, weil wahrscheinlich schon alle zuhause waren...

November 28, 2009

Abgemeldet

Heute habe ich mich online vom Bezug des Arbeitslosengeldes abgemeldet. Das ging genauso einfach und unbürokratisch ab wie die Anmeldung. Statt dem üblichen "NO" konnte ich die Fragen diesmal endlich mit "YES" beantworten.

November 26, 2009

Flexibilität und starke Nerven

Mein neuer Arbeitgeber hält mich ganz schön auf Trapp, und ich bin abends vollkommen erledigt. Hierzu mal ein paar Beispiele:

Marathon-Videokonferenz. Für die Initiatoren in Toronto ging es bequem um 9 Uhr morgens los, während das Calgary Team bereits um 7 antreten durfte. In Toronto wurde Lunch serviert, während wir in Calgary in den Tisch beissen durften. Gut, dass der Gatte mir ein Bütterchen eingepackt hatte.

Kunden-Training. Am Vorabend um 17 Uhr erfahre ich, dass ich am nächsten Tag als Trainings-Beobachterin zum Kunden soll. Ich kenne weder den Kunden oder die Kollegen, noch das Projekt oder worum es bei der Aktion geht. Nach einer halben Stunde Briefing kurz vor dem Event konnte ich aber wenigstens vorgeben, zum Team zu gehören.

Townhall-Meeting: Die jährliche Firmen-Präsentation mit den Aussichten für das kommende Jahr will ich mir nicht entgehen lassen. Doch leider kann ich mich nicht formell für das Event anmelden, da mein Profil in der Online-Datenbank immer noch nicht angelegt ist. Ich bin trotzdem hin gegangen.

Secret Santa: Mit einem Tag Vorlauf werde ich zum Weihnachts-Team-Lunch eingeladen und aufgefordert, ein kleines Wichtel-Geschenk mitzubringen. Das mit dem Geschenk lese ich erst abends, als ich meine Emails checke. Es ist zu spät und ich habe auch keine Lust mehr 'rauszufahren, also müssen ein paar Kerzen aus meinem Vorratsschrank 'dran glauben'.

Wenn das so weiter geht, muss ich zum Wochenende dieses Schild aufhängen:

November 21, 2009

Manitoba?

Fast alle Provinzen von Kanada plus ein Territorium habe ich bereits besucht, nur nach Manitoba hat es mich noch nicht verschlagen. Ein Arbeitseinsatz wird das nun wahrscheinlich ändern, und so habe ich mich mich heute mal ein bisschen schlau gemacht.

Die Hauptstadt Winnipeg liegt ca. 1.400km, also lediglich zwei Flugstunden entfernt von Calgary. Das allwöchentliche Hin und Her wird also kaum aufwändiger werden als vor zehn Jahren, als Roland in Kassel weilte, während ich in Düsseldorf arbeitete.

Die Provinz ist fast doppelt so gross wie Deutschland, fast ein Sechstel davon nehmen die über 100.000 Seen ein, die zu den zehn grössten Süsswasserreserven der Welt zählen. Manitoba hat ca. 1,2 Millionen Einwohner, die Bevölkerungsdichte ist noch nicht einmal 2,2 Einwohner pro Quadratkilometer, vergleichsweise kommen in Deutschland 230 Einwohner auf 1 qkm.

Die Durchschnittstemperaturen im ersten Halbjahr sehen nicht viel anders aus als in Calgary, allerdings ist mit mehr Niederschlag zu rechnen. Topographisch eher flach, ist Mount Baldy mit 831m der höchste Punkt der Provinz.
Als Mittelpunkt Kanadas nimmt der Süden Manitobas eine grosse wirtschaftliche Bedeutung als nordamerikanischer Umschlagplatz für den Güterverkehr ein. Neben Landwirtschaft und förderungswürdigen Rohstoffen hat ihre diversifizierte Service- und Konsumgüterindustrie die Provinz bisher weitgehend vor den Auswirkungen der Rezession bewahrt. Die Arbeitslosenquote beträgt derzeit 5,8%, vergleichsweise weist die Statistik in Alberta derzeit 7,5% aus, kanadaweit sind es insgesamt 8,6%. Also, ich bin jedenfalls neugierig geworden und hoffe, dass mir Wetter und Arbeit genügend Gelegenheit geben werden, ein wenig von Land und Leuten kennen zu lernen.